Das Vocalensemble CAMERATA VOCALE HESSEN ist ein von Christof Becker gegründetes Ensemble, das in kleiner Besetzung Werke zur Aufführung bringt, deren Provenienz nicht den großen Oratorienbesetzungen entspricht. Neben Motetten aus verschiedenen Epochen brachte das Ensemble z.B. auch die Weihnachtshistorie von Schütz, Kantaten von Bach und die Missa Inventionis Sanctae Crucis von Joh. Caspar Ferd. Fischer zur Aufführung. Letztere erklang beim Schlusskonzert der Tage für Alte Musik 2006 in der Marienstiftskirche Lich. Das Ensemble arbeitet Projektbezogen und besteht aus erfahrenen Sängerinnen und Sängern, die sich gerne auf anspruchsvolle Chorarbeit einlassen. Kontakt und Infos auch hinsichtlich des Vorsingens über Kantor Christof Becker.

Kirchenmusik quer durch die Epochen - Giessener Allgemeine - 20.5.2009


Lich (dap). Am Sonntag fand zum Abschluss des Historischen Marktes ein Konzert der »Camerata Vocale Hessen« in der Marienstiftskirche in Lich statt. Geboten wurde ein anderthalbstündiges geistliches Konzert mit Vokal- und Orgelwerken quer durch alle Epochen. Den Auftakt bildete der Choralsatz: »Wer nur den lieben Gott läßt walten« von Johann Sebastian Bach. Die zwölf Sängerinnen und Sänger hatten sich dazu im linken und rechten Kirchenschiff positioniert, so dass sie die Zuhörer umgaben. Ein gelungenes akustisches Spezial, in dem das Gefühl aufkam, in Musik eingebettet zu sein.

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Bunter Blumenstrauß aus unterschiedlichen Epochen - Gießener Anzeiger - 19.05.2009

Geistliche Abendmusik erklang in St. Marien Großen-Buseck

"Camerata Vocale": Geistliche Abendmusik wunderbar intoniert erntete viel Beifall Bild: Gehrhardt

GROSSEN-BUSECK (ge). Im Rahmen der Reihe "Musik in der Kirche" war der Chor "Camerata Vocale Hessen" in der Pfarrkirche St.-Marien Großen-Buseck zu Gast. Unter der Leitung von Christof Becker bot der Chor einen "bunten Blumenstrauß aus unterschiedlichen Epochen", wie Chormitglied Burkhard Böttcher ankündigte. In der Marienkirche, in deren Gewölbe sich die Stimmen der sieben Sängerinnen und fünf Sänger herrlich entfalten konnten, gab der Chor Werke wie den Choralsatz "Wer nur den lieben Gott lässt walten" und "Lobet den Herrn, alle Heiden" von Johann-Sebastian Bach "Christ, der du bist der helle Tag" von Leonard Lechner oder "Jauchzet dem Herrn, alle Welt" von Felix Mendelssohn-Bartholdy zu Gehör. Christof Becker bot außerdem "Capriccio VIII" von Johan Jakob Froberger oder auch die Toccata G-Dur BWV 916 an der Orgel dar. Vom begeisterten Publikum wurde "Camerata Vocale" nach über einstündigem Programm mit stehenden Ovationen belohnt. Das zwölfköpfige Ensemble hat sich vor fünf Jahren gegründet und bringt Werke zur Aufführung, "deren Provenienz nicht den großen Oratorienbesetzungen entspricht", so Camerata Vocale selbst. Mit einem Auftritt in Lich am Sonntag ging das Programm des Chores zu Ende.

Reinhard Keisers Markuspassion dem Vergessen entrissen - Gießener Anzeiger - 11.04.2009

Reinhard Keisers Markuspassion dem Vergessen entrissen - Gießener Anzeiger - 11.04.2009

Werk des zu Lebzeiten angesehenen Barockkomponisten erlebt unter Leitung von Christof Becker klangschöne Wiedergabe

LICH. Zu den Passionen, die Johann Sebastian Bach für so wertvoll hielt, dass er sie gleich drei Mal aufführte, zählt die Markuspassion von Reinhard Keiser (1674 bis 1739). Der Barockkomponist ist längst in in Vergessenheit geraten, doch in jüngster Zeit sind vielerlei Bestrebungen einer zaghaften Keiser-Renaissance zu beobachten. Zeitgenossen hielten ihn immerhin für einen wichtigen Meister. Wie stimmungsvoll und anschaulich er das Passionsgeschehen in Musik zu setzen verstand, erfuhr das Publikum gestern Abend in der Marienstiftskirche in Lich. In einer klangschönen Aufführung zum Karfreitag entriss Kantor Christof Becker das Werk dem Vergessen.
Trotz des Wetters in Sommerlaune, das die Menschen dazu einlud, den Feiertag im Freien zu verbringen, war das Gotteshaus zu dieser frühen Abendstunde gut besucht. Unter Beckers ebenso temperamentvollem wie präzisem Dirigat entwickelte sich ein pulsierendes, klanglich transparentes Musizieren, das in jedem Augenblick barocken Geist atmete. Neben den Gesangssolisten wirkten das Vokalensemble "Camerate vocale Hessen" und das auf Barockinstrumenten spielende Kammerorchester "Concerto Lichensis" mit. Der ansprechenden, etwa anderthalbstündigen Wiedergabe lag Bachs überliefertes Material zu Grunde.

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Orgelmusik und Chormusik aus verschiedenen Epochen - Giessener Allgemeine - 23.09.2008

Orgelmusik und Chormusik aus verschiedenen Epochen - Giessener Allgemeine - 23.09.2008

"Camerata Vocale Hessen" gestaltete am Sonntag unter Leitung von Kantor Christof Becker die Marienstiftsvesper

Bei der Marienstiftsvesper am Sonntag konnte Kantor Christof Becker den Kirchenbesuchern wieder einmal beweisen, wie phantastisch er den Doppelaufgaben als Organist und Chorleiter gewachsen ist. Er führte die "Camerata Vocale Hessen" sicher durch die Musik aus verschiedenen Epochen und eilte immer wieder zur Empore hinauf, um mit seinem Orgelspiel die Werke berühmter Komponisten lebendig werden zu lassen.
Schon beim Präludium e-Moll von Nicolaus Bruhns aus dem späten 17. Jahrhundert faszinierte sein Orgelspiel mit munteren, später breit ausladenden Passagen, abgehackten Akkorden und Echoläufen.
In der Musikgeschichte noch etwas weiter zurück gingen zu Beginn die zwölf Sängerinnen und Sänger mit ihren vierstimmigen Motetten "Christ, der du bist der helle Tag" von Leonard Lechner (1553-1606), einem and?chtigen Loblied, und "O süßer, o freundlicher Herr Jesu Christe" von Andreas Hammerschmidt (1611-1675). Schon bei den ersten Vorträgen wurde die Reinheit und zugleich die Aussagekraft der einzelnen Stimmen bei dem oft wiederholten "... dass ich bald sollt zu dir kommen..!" stark empfunden. Das bekannte "Vater unser" von Heinrich Schütz mit einem erbaulichen "Amen" ließ die Bässe in unglaubliche Tiefen hinabsteigen, aus der auch bei Hugo Distlers Motette "Singet dem Herrn ein neues Lied" die enorm hohen, klaren Sopranstimmen sie nicht vertreiben konnten.
Alle Register zog Christof Becker bei der Partita für Orgel über "O Gott, du frommer Gott" von J. S. Bach. Nach der fröhlichen Umspielung des Themas drängten die Trompetentöne auf Schnelligkeit, es wurde feierlich-beruhigend bis zum jubelnden und von mächtigem Brausen begleiteten Ende. Mit ganz leisem Ton begann das "Benedictus" von Max Reger, betend, zart, kletterte auf der Tastatur immer höher, um im Fortissimo zu enden.
Noch deutlicher konnte der Kantor bei seinem letzten Spiel, einem "Allegro spirituoso" von Richard Bartmuß (1859-1910) die ganze Ausdrucksfähigkeit der Orgel demonstrieren, von moderaten, melodiösen, lieblichen Passagen, rasenden Läufen, crescendo und decrescendo, kurzen schlagenden Akkorden bis hin zum mächtigen Finale.
"Warum toben die Heiden?", eine Motette zu Psalm 2, hatte der hervorragende A-cappella-Chor "Camerata Vocala Hessen" noch in seinem Programm, ehe er sich mit dem dankbar ruhigen Abendgebet "Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren" von Felix Mendelssohn Bartholdy und dem stillen Gruß "Die Nacht ist kommen" von Max Reger verabschiedete.
In der Marienstiftskirche blieb es noch lange still, ehe man sich traute, den hoch verdienten Beifall zu spenden.

Projekt 2007

Projekt 2007

Passend zum Buxtehude-Jahr wird das Vocalensemble das Oratorium "Wachet! Euch zum Streit gefasset machet" (Das jüngste Gericht) von Dieterich Buxtehude aufführen.

2007 jährt sich zum 300. Mal der Todestag von Dietrich Buxtehude, dem Organisten an der Lübecker Marienkirche. Er war seinerzeit so berühmt, dass junge Musiker von weither sich in den Norden Deutschlands aufmachten um von ihm zu lernen, zum Beispiel der noch nicht zwanzigjährige Johann Sebastian Bach. Buxtehude war für seine Orgelkunst geschätzt, aber er komponierte auch zahlreiche Kantaten, von denen sich der junge Bach inspirieren ließ. Buxtehudes Oratorien sind allerdings verschollen. Es existiert nur eines, von dem man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annimmt, dass Buxtehude es komponierte. "Wacht! Euch zum Streit. Das jüngste Gericht!" ist ein über zweistündiges Werk, in dem es um die Auseinandersetzung von Gut und Böse geht.

"Geld, sonst ist nichts in der Welt, lasst uns suchen Tag und Nacht, Gott wird wohl hernach gebracht." Geld, Macht, Saus und Braus, weltliche Freuden verlockten die Menschen schon immer mehr als die guten, inneren Werte. Buxtehude personifizierte in seinem Oratorium "Wacht! Euch zum Streit!" die widerstreitenden Impulse in den Menschen: von Geld und anderen Verwerflichkeiten singt "die böse Seele", von Liebe und Rechtschaffenheit die gute Seele. Buxtehudes dreiteiliges Oratorium ist eine weise Moralpredigt, die manche sicher nicht so gern h?ren. Wer mehr auf äußeren Schein setzt als auf menschliche Werte, der wird am Ende verderben, wenn er nicht gar innerlich schon längst gestorben ist. Das ist brandaktuell. Buxtehudes Musik hat ungeheuer viele warme Instrumentalfarben, sie hat etwas sehr Flehend-Eindringliches, dass die Menschen doch endlich zu sich finden. Dabei wird kein Blatt vor den Mund genommen, und niemand verschont. Auch wenn Geistliche Moral predigen, sind sie nicht unbedingt Engel.

Sehr lebendig

Das Thema ist ernst, aber dennoch fehlt nicht der Humor. Die böse Seele weiß sich am Ende nur noch mit Alkohol zu betäuben. Roland Wilson leitet sehr lebendig ein gut harmonierendes solistisches Sängerensemble - exzellent etwa die Sopranistinnen Monika Mauch und Cornelia Samuelis oder der Bassist Wolf Mathias Friedrich. Für die Auswahl der Instrumente ist ebenfalls Roland Wilson verantwortlich; es fehlen genaue Angaben im überlieferten Manuskript. Damals notierte man ohnehin nur das Nötigste, jede Aufführung wurde den jeweiligen Gegebenheiten angepasst. Wilson sorgt für Kurzweil, indem er die Farben der verschiedenen Instrumentengruppen geschickt abwechselt. So entstand eine durchaus opernhafte Dramatik. Buxtehudes Oratorium "Wacht! Euch zum Streit. Das jüngste Gericht!" ist wie ein Wechselbad der Gefühle, man kann hineintauchen und etwas über sich selbst erfahren.