Herzliche Einladung zu einem besonderen Konzert im Gemeindesaal der Marienstiftskirche Lich (Am Wall 24). Am Samstag, 14.04.2018 findet um 19 Uhr ein Kammerkonzert mit dem Titel „Romantik pur“ statt. Drei große und großartige Werke der Literatur stehen auf dem Programm. Das Ensemble „Il Sasse d´oro“ mit Wigbert Traxler-Klavier, Gudrun Knappp-Violine, Christof Becker-Violine/Viola, Andrea Traxler-Viola, Ulrich Knappe-Violoncello und Thiago Paganelli-Kontrabass bringt Werke von Dvořák, Mendelssohn und Chopin zu Gehör. 

Die drei Werke die im 19. Jahrhundert alle innerhalb eines Zeitraumes von gerade einmal 50 Jahren entstanden, könnten ebenso gut unter dem Motto „Besonderheiten“ zusammengefasst werden.

Das zu Beginn erklingende Sextett von Felix Mendelssohn Bartholdy ist in diesem Punkt nahezu beispielhaft. Er komponierte es in wenigen Wochen im zarten Alter von nur 15 Jahren und es liegt in der Vielzahl seiner Kompositionen eingebettet zwischen den beiden „großen“ Klavierkonzerten, die er in den Jahren 1823 und 1824 verfasste. Mendelssohn selbst hat sein „Klavierkonzert „en miniature“ weder selbst veröffentlicht, noch je in seinen Briefen erwähnt. Das mag mit den hohen Ansprüchen seines Vaters Abraham begründet werden, der bis zu diesem Zeitpunkt nach wie vor an der großen Ausnahmebegabung seines Sohnes zu zweifeln schien. Die aufmerksame Zuhörerschaft des heutigen Abends wird ebenso wie die Musiker auf dem Podium für die posthume Veröffentlichung dieses wunderbaren Jugendwerkes dankbar sein.

Antonín Dvořák, der wie Mendelssohn auch ein exzellenter Bratschist war, bevorzugte für die Besetzung seines im Jahre 1875 entstandenen Streichquintetts Op. 77 ebenso die außergewöhnliche Variante mit Kontrabass. Bei vielen seiner berühmten Komponisten-Kollegen vor ihm war die Entscheidung zwischen zwei Violen oder zwei Violoncelli gefallen. Durch die Verwendung des Kontrabasses wurde einerseits das Violoncello von der Fundamentfunktion befreit, andererseits bekam das Werk dadurch einen „orchestralen Anstrich“.

Frédéric Chopins zweites Klavierkonzert trägt, ebenso wie Dvořáks Quintett, eine spätere Opuszahl, obwohl er es, wenn auch in zeitlicher Nähe, vor seinem Konzert Nr. 1 komponiert hat. Beide Werke bilden den künstlerischen Abschluss seiner polnischen Schaffensperiode. Es erklingt in einer interessanten Kammermusikbesetzung für Klavier und Streichquintett.  Ein Novum, das wunderbare Klavierkonzert in diesem Kontext hier in Lich zu hören.